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Pinguine und mein Kleiderschrank

Posted in Allgemein

Seit ich meine Kleidung vermehrt selbst nähe, denke ich zwangsläufig mehr über die Schnitte nach. Denn ein Nachteil haben die selbst genähten Kleidungsstücke: ob sie einem gefallen und stehen erfährt man erst nach der Anprobe, also genau erst dann, wenn es fertig ist. Also erst dann, wenn schon Geld, Arbeit und Kreativität in das Projekt geflossen ist. Bei jeder Anprobe stellt sich also die Frage: Geldverschwendung oder gute Investition. Ein Teil für die Tonne oder ein neues Lieblingsstück …

Und genau dort liegt der Unterschied zu gekaufter Kleidung. Denn die probiere ich in der Umkleide an. Ich kann noch VOR dem Kauf entscheiden, ob es mir steht oder nicht. Ob es mein Schnitt ist oder nicht, wie das ganze an mir aussieht. Ich kann so zu mindestens schon ein paar Fehlgriffe verhindern, auch wenn natürlich auch ich genug Fehlkäufe gemacht habe. Aber diese haben mich meist weniger geärgert, habe sie vergessen oder halt einfach ignoriert. Leider gibt es beim Nähen auch sehr viele Fehlversuche. Und die ärgern mich viel mehr. Gerade wegen der Arbeit, der Idee, die im Kopf rumflog und halt auch das Geld. Denn ein selbstgenähtes Shirt kostet mehr als ein gekauftes.

Shirt mit Pinguinen

Und da stand ich vor ein paar Wochen mal wieder vor meinem Kleiderschrank und hatte dieses Standard-Gefühl: ich habe nichts zum anziehen. Was aber eigentlich nur bedeutete, dass ich nicht das hatte, worauf ich gerade Bock hatte. Oder halt nur ein Teil davon und das lag gerade in der Wäsche. Was das heißt? Dass heißt ganz einfach, ich habe trotz des vielen Nähens kaum Lieblingsstücke produziert. Eher schöne Teile, aber dann doch nichts für MEINEN Alltag. Also nichts, was morgens beim Anziehen meiner Stimmung entspricht. Sehr sehr ärgerlich.

Schon im letzten Jahr habe ich gespannt die Aktionen und Beiträge rund um die Capsuale Waredrope von Elle puls und anderen Bloggern verfolgt und fand das sehr interessant. Irgendwie eine coole Idee und ein guter Ansatz um sich mal mit seinem eigenen Kleiderschrank zu beschäftigen, aussortieren oder halt mal nur zu Nähen, was wirklich noch fehlt. Mitgemacht habe ich nicht. Ich weiß eigentlich gar nicht warum. Eigentlich habe ich mich nur an einer Sache gestört, denn ich habe eigentlich keine Lust darauf, mir Gedanken zu machen was mir steht. Mit meiner Figur und was mir besonders gut stehen würde. Ich will tragen, worauf ich Lust habe, nicht immer das, was besonders toll an mir aussieht. Das ist so ein Punkt, wo ich mir nicht reinreden lasse …

Shirt mit Pinguin

Shirt mit Pinguinen

Nachdem ich nun aber so frustriert vorm „überfüllten“ Kleiderschrank stand und nichts zum Anziehen fand, packte es mich doch und ich dachte mir, dass ich es doch versuchen könnte. Mal so ein bisschen, nur eben auf meine Weise. Nachdem ich dann ein wenig Zeit auf Pinterest verbracht hatte, entdeckte ich ein paar Tipps, wie man seinen eigenen Stil findet. Eine ziemlich coole Sache, denn wenn ich mir mal bewusst mache, was ich wirklich mag, dann bin ich vielleicht endlich mal weniger anfällig für die schönen Nähbeispiele, Stoffdesigns und Schnitte, die auf den Fotos immer so schön aussehen. Folgende 5 Tipps habe ich dann mal angewendet:

  1. 10 Lieblingsstücke im eigenem Kleiderschrank bestimmen
  2. Warum sind das Lieblingsstücke?
  3. Pinterest-Board erstellen mit Outfit-Inspirationen
  4. Merkmale herausfinden, was einem daran gefällt
  5. Vergleich mit eigener Garderobe

Was ich dabei für herausfand war relativ eindeutig. Ich mag es oben locker und unten eng. Außerdem mag ich es unkompliziert, in dunklen Tönen (also grau, blau und schwarz) und bequem muss es sein. Und dann im kompletten als Outfit trotzdem nach irgendwas aussehen. Langweilig war nämlich so ein Problem.

Mit der ersten Aufgabe hatte ich tatsächlich so meine Probleme. War dann doch gar nicht so einfach die 10 Lieblingsstücke zu finden. Vieles war einfach aus praktischen Gründen drauf. Ich hatte also eigentlich gar keine richtigen Lieblingsstücke oder nicht viele. Kein Wunder also, dass ich morgens nichts zum anziehen fand.

Shirt mit Pinguinen

Das Ganze habe ich dann gleich auch mal zum Anlass genommen um aussortieren. Auch ein paar selbstgenähte Teile mussten dran glauben. Was echt schwer war, denn viele Sachen gefallen mir total gut, aber ich ziehe sie einfach nicht an. Sie sind hübsch, aber nicht hübsch an mir … oder halt zu klein, zur kurz oder bunt (also nicht einfarbig^^).  Blöd, total blöd.

Was ich also aus der ganzen Aktion für mich herausgezogen habe, war eine Liste von Dingen, die irgendwie fehlte. Denn mir passiert es ständig, dass ich mir irgendwie denke, dass mir sowas genau fehlt. Wie ein einfarbiger schwarzer Cardigan (warum hab ich da eigentlich keinen?) oder auch ein Sommerkleid, immerhin habe ich gerade alle aussortiert. Ich habe also jetzt einen Plan, habe mir schon Schnitte rausgesucht, die mir gefallen, die zu meinem Kleiderschrank passen und zu meiner Stimmung morgens im Halbschlaf. Ich hoffe also, dass ich nun endlich mehr Lieblingsstücke produziere …

Shirt mit Pinguinen

Und was das jetzt eigentlich alles mit den süßen Pinguinen auf meinem Shirt zu tun hat? Tja, dieses Teil ist ein absolutes Lieblingskleidungsstück und hat wirklich gefehlt im Kleiderschrank. Denn wie gesagt, ich mag es oben eher locker. Und joa, mit dem Shirt bin ich schnell angezogen, es ist bequem und es sieht nach was aus. Naja, bei den süßen Pinguinen. Und tatsächlich ist das mal wieder ein Kleidungsstück, auf das ich oft angesprochen werde. Oder das man mir quasi direkt vom Körper klauen will, ne Aileen?? 😀

Hier habe ich also die Aufgabe erfüllt und kein Hüter für meinen Kleiderschrank genäht, sondern eins, dass nicht lange auf der Wäscheleine hängen bleibt. Und ja, ich brauche dringend ein zweites Shirt davon, denn was ziehe ich denn bitte an, wenn die Pinguine in der Wäsche liegen??

Shirt mit Pinguinen

So und nun habe ich so viel geschwafelt, so weit ausgeholt, dass ich gar nicht weiß, wie ich den Bogen zu den Fotos machen soll. Denn der ist wichtig, denn es gibt eine kleine Premiere drauf zu erkennen. Denn ja, meine Eltern sind mit drauf. Papa ja leider nur von hinten, aber Mama stolz mit ihrer Tocher posierend im Partner-Look. Denn es ist ja wohl klar, wenn es Pinguine gibt, schreibt Mama auch laut hier. Da war klar, für Mama muss auch ein Shirt mit Pinguinen her. Diesmal ging es sogar richtig schnell (nicht mal eine Woche musste sie auf ihr neues Shirt warten …) und es ist auch bei ihr ein Lieblingsteil. Gehen wir zusammen los, muss ich sie jetzt immer fragen, was sie anzieht 😀 …

Shirt mit Pinguinen

So, und nun Ende, war ja wohl genug geschrieben oder??

Liebe Grüße und bis bald,
eure Svenja

Verlinkung: RUMS

PS: ok, noch ein paar Fakten:

Schnitt: Oversize Bluse von Stoff und Still
Stoff von Alles für Selbermacher*(Affiliate-Link), aus der schwarz/weiß-Serie leider schon ausverkauft

 

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9 Comments

  1. Liebe Svenja, also mal abgesehen davon, dass ich das Shirt wirklich mega süß finde und das total toll an dir aussieht, muss ich echt mal sagen, der Artikel ist super! Ich kann das so gut verstehen. Vor allem die Passage über das reinreden lassen. Warum soll man immer nur etwas anziehen, weil es einen hübscher macht oder so? Ich mein, ist das nicht irgendwie egal? Es ist doch das wichtigste, dass man selbst etwas schön findet und sich dann darin wohl fühlt, egal ob es einem jetzt steht oder nicht oder was auch immer. Das finde ich echt cool, dass du das geschrieben hast! Vielen Dank dafür und liebe Grüße aus Wien vom Fräulein 🙂

    20/04/2016
    |Reply
    • Svenja
      Svenja

      Dankeschön liebe Josefine,
      schön, dass ich damit nicht alleine bin. Ich finde halt, dass es im Alltag nicht so drauf ankommt immer total gut auszusehen und nur seine Vorteile zu präsentieren. Es geht darum sich wohl zu fühlen und wenn man das Kleidungsstück liebt, trägt man das ja eh nach außen und dann sieht man eh gleich viel ehrlicher schön aus 😀
      Liebe Grüße,
      Svenja

      21/04/2016
      |Reply
  2. Hihi, den Stoff vernähe ich auch gerade. Allerdings wird ein Pinguin draus…
    Ich habe auch gerade ein paar Selbstgenähte Sachen entsorgt. Das ist schon etwas schmerzhaft. Allerdings finde ich, dass man nach und nach rausfindet, was zu einem passt und in was man sich wohlfühlt. Bei mir sind es Kleidungsstücke mit hoher Taille und sehr gerne aus Viscose. Und wenn man sowas rausgefunden hat, gehts glaube ich in die richtige Richtung. Zumindest entstehen bei mir jetzt viele Lieblingsteile.
    Also nur Mut und mit neuer Motivation voran! Ich bin gespannt, was bei dir noch so entsteht!
    Liebste Grüße
    el Benschi

    21/04/2016
    |Reply
    • Svenja
      Svenja

      Hihi, ein Pinguin mit Pinguinen drauf. Süß!!!
      Hmm, das mit den Stoffen ist auch immer so ein Problem, Viskose liegt immer so auf dem Bauch auf … haha. Aber ja, deswegen stehe ich doch auf etwas festeren Baumwolljersey. Liegt bei mir auch schöner.
      Liebe Grüße,
      Svenja

      21/04/2016
      |Reply
  3. Liebe Svenja

    musste grad bei Deinem Post grinsen-wie oft stehe ich vor meinem Schrank und habe „zu schöne“Teile, unbequem oder sonst was. Vor ein paar Wochen bin ich via einige Blogs und Pinterest auch auf das System Capsule Warnrobe gestossen-allerdings nicht von Deinem Link (habe ich jetzt aber auch schon mehrfach gesehen und muss mir das auch nochmal zu Gemüte führen)
    Ich mag eher die Idee, eine gewisse Anzahl Klamotten zu haben, die ach zusammen passen und nicht wieder irgendein bunten Shirt zu nähen, wo nix anderes dazu passt. Mich dabei auf meine Figur zu versteifen möchte ich auch nicht, es gibt Teile, die mir sicher nicht so gut stehen, in denen ich mich aber einfach wohlfühle. Deine Tips mit den Lieblingsteilen werde ich mir mal notieren-ich bn eben noch am Ideen sammeln, wie man das ganze möglichst unkompliziert anpackt ;-). Ich habe mir jetzt zb schon mal bunten Stoff für einen Rock und den passenden unistoff für das Top dazu geholt, so dass mir da schon mal 2-3 Kombis nähen kann-und Uniteile geht ja immer ..
    Euere Mutter/Tochter Shirt ist übrigens ganz klasse und sieht wirklich nach Lieblingsteil aus 🙂
    LG Larissa

    21/04/2016
    |Reply
    • Svenja
      Svenja

      Hallo Larissa,
      schön, dass ich dir sogar ein paar Tipps geben kann. Ja, mir gefällt die Idee einer Capsual Waredrope sehr, eine vernetzte Garderobe wo man immer gleich mehrere Teile zur Auswahl hat, die zusammen passen, wäre schon cool. Irgendwann will ich das auch noch einmal aufgreifen. Mal gucken, wie mein Kleiderschrank sich eigentlich so kombinieren lässt. Aber ich habe wohl immernoch sehr viele Einzelteile. Aber ja, deswegen die Liste von Dingen, die fehlt 😀
      Liebe Grüße,
      Svenja

      21/04/2016
      |Reply
  4. Liebe Svenja,
    danke fürs teilen deiner Gedanken. Wie recht du doch hast. Einerseits kann ich beim nähen ja genau bestimmen wie es aussehen soll. Aber hab ich wirklich so bunte Kleidung gekauft bevor ich genäht habe? Teils, aber nur wenn es wirklich hamonierte…
    Mittlerweile versuche ich auch schlichter zu nähen, habe kein Problem einfarbige Basics zu nähen, denn die ziehe ich genauso gerne an und es muss nicht immer bunt und nach selbstgenähtem aussehen. Die ganzen bunten Stoffe liegen jetzt vorerst im Regal, so manchmal passen sie ja doch perfekt, oder für Kleider finde ich sie auch toll.
    Aber wenn man bewusster näht, genau das was man mag und brauch, kauft man auch bewusster den Stoff. Bewusster kaufe ich auch, seit dem ich mein Praktikum im Stoffladen mache, mich macht es glücklich wenn andere Leute ihre genähten Sachen zeigen und ich ihn nicht ewig im Schrank liegen habe.
    Aussortieren der selbstgenähten Teile finde ich auch immer schwer, aber meine Schwester und Mutter freuen sich zum Glück immer über das ein oder andere Teil, und ich freue mich immer wenn sie es weiter gerne tragen. 🙂
    Ganz liebe Grüße
    Maira

    21/04/2016
    |Reply
    • Svenja
      Svenja

      Hallo Maira,
      ja, du triffst mit deinen Worten auch sehr gut den Nagel auf den Kopf. Aber es ist schon schwer, an den ganzen schönen Stoffdesigns vorbei zu gehen, aber ja, ab jetzt kommen auch ein paar unifarbende Teile dazu. Das bin nun mal einer mehr ich. 😀
      Liebe Grüße,
      Svenja

      21/04/2016
      |Reply

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