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Wenn das Schreiben zum Problem wird

Posted in Selbstgespräch

Eigentlich will ich hier gerade einen ganz anderen Beitrag schreiben. Einen schönen, fröhlichen, mit hübschen Bildern und allem. Halt eben so ein richtiger Blogbeitrag. Ich versuche mir gerade dazu zu zwingen. Weil ja scheinbar das Hoffen auf den Schreib-Moment sinnlos ist. Ich muss mich zwingen, weil ich bloggen will, aber es nicht mache. Ich muss mich zwingen, weil es mich nervt. Und klappen tut es trotzdem nicht. Das ist doch scheiße!

Über eine Stunde lang habe ich auf das leere weiße Blatt vor mir gestarrt. (Was natürlich eher mein brummender Laptop und das WordPress-CMS ist. Aber eben für die Symbolik. Wenigstens das …) Ziemlich schnell wanderte meine Hand zum Handy, schnell nochmal zu Instagram. Von irgendwem die Story angucken, nur damit die Zeit vergeht. Dann noch schnell die Blumen gießen, eine wirklich inhaltsvolle Unterhaltung mit Mama-Amsel, die mich nur vorwurfsvoll angeschaut hat, weil ich sie vom Nest verjagt habe (tut mir ja leid, aber ich muss doch Blumen gießen!) und am Ende habe ich nicht ein Wort geschrieben. Nichts. Mir will einfach nichts einfallen. Kein erster Satz, kein Abschnitt dazwischen. Nichts. Gähnende Leere im Kopf und steigende Unzufriedenheit in mir drin. Super. Perfekte Ausgangslage.

Aber Schreiben ist auch einfach ein Handwerk, das Geschick und vor allem Übung braucht. Und Übung, genau daran fehlt es mir ja. Übung, Routine oder eben eine gewisser Workflow. Ihr könnt euch sicher vorstellen das davon, nach über einem Jahr Blog-Blockade, nicht mehr viel übrig geblieben ist. Mein größter Feind: der „Veröffentlichen“-Button. Denn nichts ist gut genug, nichts ist jemals wirklich fertig und irgendwann gibt es nur noch eine große Leere im Kopf und es entstehen nicht mal mehr Beitrags-Ideen. Das ist scheiße. Und ist ein ziemlich großer Grund, warum mich mein Leben gerade wirklich ankotzt. Einfach weil Schreiben doch alles ist, was ich machen möchte. Weil ich weiß, wie viel Spaß mir das früher mal gemacht hat und weil es einfach unglaublich frustrierend ist, nicht vorwärts zu kommen. Wirklich, mich kotzt meine blöde Blog-Blockade echt an.

Was natürlich so gar nicht hilft. Übrigens auch das Jammern nicht, sauer auf mich selbst sein auch nicht und Beleidigungen in dem Raum werfen, in dem mir niemand zuhört (was eindeutig besser ist^^), lenkt eigentlich nur ab (auch wenn es wenigstens Spaß macht …). Aber was würde bei mir dann besser funktionieren? Denn irgendwie habe ich das Gefühl, das Zwingen nicht ganz zum Erfolg führt.

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© Fotocredit: Aileen von piccola loona

Die Antwort lautet eiskalt, wie auf alles im Moment: ich weiß es nicht. Klar, einfach machen. Aber wenn einfach machen eben doch nicht klappt, weil ich den Anfang nicht finde, dann ist doof. Überhaupt weiß ich grad einfach nicht, wo ich anfangen soll. Ich habe grad wirklich zu viele Baustellen. Da stellt sich mir trotzdem die Frage, warum gerade diese hier so wichtig ist. Warum ich es nicht einfach noch ein paar weitere Wochen und Monate ruhen lassen kann. Macht wahrscheinlich wirklich keinen Unterschied mehr. Ein paar Wochen mehr oder weniger.

Aber es macht einen Unterschied. Einen Unterschied für mich. Denn viele der aktuellen Baustellen habe ich mir selbst bestimmt nicht ausgesucht. Die meisten davon haben so gar nichts mit mir zu tun, oder was ich will, oder was mir wichtig ist. Sie gehören einfach dazu. Und auch wenn ich im Moment das Gefühl habe, das mein neues Lebensmotto „das geht eben grad nicht“ heißt, darf das doch nicht die Dinge betreffen, die wichtig und elementar sind. Und das ist mein Schreiben. Es ist wichtig, ich brauche das und ohne wird alles doch nur noch schlimmer.

Aber selbst jetzt, wo ja eigentlich ein Text entsteht, er stetig wächst und wächst, merke ich, wie der Button „Veröffentlichen“ immer bedrohlicher wirkt und ich möchte schon wieder lieber die „Lösch“-Taste betätigen. Was also ist schlimmer? Den Button zu drücken und etwas veröffentlichen, was vielleicht doch nicht so gut ist, wie ich es mir wünschen würde. Oder das Gefühl schon wieder etwas nicht auf die Reihe bekommen zu haben? Das eine Gefühl kenne ich nur zu gut, das andere hat mich früher gar nicht so sehr interessiert. Was also tun?

Liebe Grüße,
Svenja

2 Comments

  1. Liebe Svenja,
    ich bekomme täglich diese Blogvorschläge von Bloglovin – Du kennst es wahrscheinlich auch. Viele interessieren mich nicht, aber heute musste ich sofort Deinen Blog lesen und ich bin froh, dass Du den Veröffentlichen Knopf gedrückt hast. Du hast mir gerade mit Deinem Post so viel gegeben. Ich kenne diese Momente – gerade gestern war ein furchtbarer Morgen, wo ich mich fragte, warum das alles? Aber ich habe auch weitergemacht – einfach mit Dingen, die mir gestern guttaten. Blockaden habe ich auch. Meine Malblockade besteht seit bestimmt 10 Jahren. Darum begann ich mit dem Nähen. Aber ich spüre, wie das Malen wiederkommt, näher kommt.
    Es gibt leider viel zu wenig authentische Blogbeiträge, aber es werden immer mehr. Dein Beitrag ist für mich sehr wertvoll und erinnert mich daran, dass ich auch mal wieder einen unbequemeren Beitrag schreiben möchte. Ich könnte noch endlos weiter kommentieren, aber ich glaube, Du verstehst, was ich ausdrücken möchte. Vielen, vielen Dank für Deine Worte und ich wünsche Dir ganz viel Kraft für Deine Baustellen.
    Liebe Grüße,
    Julia

    03/08/2017
    |Reply
    • Svenja
      Svenja

      Liebe Julia,

      vielen vielen Dank für deine lieben Worte. Irgendwie genau das, was ich brauche. Man ist selbst ja immer so kritisch und unsicher. Dankeschön!

      Liebe Grüße,
      Svenja

      03/08/2017
      |Reply

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